Norwegischer Offshore-markt stellt hohe Anforderungen

Auf dem norwegischen Offshore-Markt müssen Lieferanten hohe Anforderungen erfüllen. Das bedeutet alle Unternehmen müssen sich in Anlehnung an die norwegischen Standards für die Öl- und Gasindustrie – NORSOK – halten. Dies bedeutet hohe Anstrengungen für alle Unternehmen, um Produkte und Prozesse zu optimieren, wenn sie an diesen attraktiven Markt teilhaben wollen.

Der norwegische Offshore-Markt ist für viele Zulieferer lukrativ, da – zum Teil aufgrund älterer Anlagen, die gewartet werden müssen, und zum Teil aufgrund neuer Anlagen, die laufend hinzukommen – hier ein hohes Aktivitätsniveau besteht. Die gesamte Branche ist von stabilen und flexiblen Lieferanten abhängig, die nicht nur in der Lage sein müssen, die richtigen Waren – häufig innerhalb kürzester Zeit – zu liefern, sondern außerdem auch die hohen Standards erfüllen, die für die in der Branche eingesetzten Produkte gelten.

Mit NORSOK hat die norwegische Ölindustrie eine lange Reihe von Standards erstellt, was bedeutet, dass Lieferanten und Zulieferer zusätzliche Leistungen erbringen müssen, um für die Lieferung von Produkten an den Offshore-Markt zugelassen zu werden. Diese umfassen alles von der Qualität der Lackierung der Komponenten, die auf den Plattformen verwendet werden, bis hin zu den fachlichen Qualifikationen der Lieferanten.

Hohe Qualität und gute Referenzen

Das massive Wachstum der norwegischen Ölindustrie während der letzten Jahre hat dazu geführt, dass diesem Markt mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zu den Organisationen, die den Finger am Puls der vitalen norwegischen Offshore-Industrie haben, gehört der dänische Exportverband „Dansk Exportforening“. Hier hat Merethe Wrang, Business-Managerin in der Öl- und Gasindustrie, auch erfahren, dass die Anforderungen an Lieferanten in Norwegen streng sind:

„Die Unternehmen müssen Qualität und Sicherheit im Griff haben, wenn sie die Anforderungen für einige der großen Projekte in Norwegen erfüllen möchten. Außerdem ist es von Vorteil, wenn man Referenzen aus der Öl- und Gasbranche vorweisen kann. Ein gutes Netzwerk, das zu neuen Kontakten und Kunden führt, ist ebenfalls eine der Spielregeln“, erläutert Merethe Wrang.

Dänischer Krisenvorteil

Aber es gibt alle möglichen Gründe, sein Augenmerk auf NORSOK zu legen, da die norwegische Ölindustrie ein attraktives Betätigungsfeld für dänische Unternehmen darstellt, die tatsächlich einen einzigartigen Vorteil haben:

„Der norwegische Offshore-Markt bietet nach wie vor ein gigantisches Potential. Und im Gegensatz zu den norwegischen Unternehmen haben wir in Dänemark gerade eine Krise durchlaufen, die dazu geführt hat, dass wir unsere Geschäftsprozesse und Kosten optimiert haben. Gerade jetzt wird in Norwegen darauf geachtet, die Kosten in der Öl- und Gasindustrie niedrig zu halten, und das kann u. a. dänischen Unternehmen einen Vorteil bescheren, da sie damit Erfahrung haben“, so Merethe Wrang.

Hoyer sieht Möglichkeiten

Bei Hoyer hat man Erfahrung mit den NORSOK-Standards, u. a. für das Lackieren von Motoren, und damit hat das Unternehmen noch eine weitere Befähigung für die Arbeit in der Offshore-Industrie. Konkret handelt es sich um den NORSOK-Standard M501, der u. a. der Standard für das Lackieren von Motoren aus Stahl und Gusseisen definiert. Administrativ geht es um eine 32 Seiten lange Richtlinie, in der alles von den Schichtdicken der Lacke bis hin zu den erforderlichen Vorqualifikationen der Lackierer für die Arbeiten detailliert aufgeführt ist.

„Die Dokumentationsarbeit ist sehr anspruchsvoll, wenn man nach NORSOK-Standards arbeitet. Wir haben eine Qualitätsabteilung, deren Mitarbeiter die Standards lesen und anschließend die Verfahren festlegen. Dies ist ein umfassender Prozess. Aber wir sind mit dieser Vorgehensweise sehr erfolgreich und haben positive Rückmeldungen von unseren Kunden erhalten. Daher erkennen wir deutlich weitere Möglichkeiten in diesem Segment“, erläutert Loke Svendsen, Country Manager für Hoyer in Norwegen.

Fakten zu Norsok

  • •Die NORSOK-Standards, die von der Branche selbst entwickelt wurden, werden von der Institution Standard Norge verwaltet. NORSOK steht für Norsk Sokkels Konkurranseposisjon (Wettbewerbsposition des norwegischen Offshore-Sektors).
  • Die NORSOK-Standards sind funktionsbasiert. Das bedeutet, dass Anforderungen nicht an die Fertigungsverfahren sondern an die Funktionen der Produkte gestellt werden. Die Standards bieten somit Interpretationsspielraum.
  • Standard Norge arbeitet eng mit der norwegischen Öl- und Gasindustrie zusammen, sodass die Standards fortlaufend aktualisiert werden und die steigenden Anforderungen der Branche wiedergeben. Dabei geht es u. a. um Risikominimierung, Arbeitsschutz und Kosteneffektivität.
  • Es gibt rund 100 verschiedene NORSOK-Standards; eine Übersicht und weitere Informationen zu den norwegischen Standards der Öl- und Gasindustrie finden Sie unter www.standard.no/petroleum.

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