Meerwasser zu Süßwasser allein mit Druck

Unter Verwendung einer Technik, die als Umkehrosmose bekannt ist, kann der norwegische Schiffsausrüster Norwater Meerwasser in hochwertiges Süßwasser umwandeln. Neben der Bereitstellung von sauberem Wasser zum Trinken und Kochen ist die Technologie auch für Chemikalientransportschiffe und die Lachszuchtindustrie nutzbar.

Wenn die Besatzungen von Schiffen und Offshore-Plattformen Süßwasser benötigen, nutzen sie häufig ein System der norwegischen Firma Norwater, um auf Knopfdruck reines Wasser direkt aus dem Meer zu beziehen.

Unter Verwendung einer Technologie, die als Umkehrosmose (Reverse Osmosis, RO) bekannt ist, wird Meerwasser mit einem Druck von 65-75 bar beaufschlagt und durch eine Barrieremembran gefiltert. Wassermoleküle können durch die Barriere hindurchfließen, aber Salz, Verunreinigungen und Schadstoffe werden zurückgehalten. Das Ergebnis ist reines Süßwasser, das zum Trinken, Kochen, Waschen und Duschen verwendbar ist. Auf Chemikalientransportschiffen kann ein zweistufiges RO-System eine gute Investition sein, um genügend zusätzliches sauberes Süßwasser für die Reinigung der Chemikalienbehälter zwischen den Ladungen zu gewährleisten.

– Die Umkehrosmosetechnik stellt typischerweise die umweltfreundlichste und oft auch die günstigste Süßwasserquelle dar. Auf Schiffen ist die alternative Süßwasserquelle der Verdampfer, der die überschüssige Wärme der Hauptmaschine nutzt. Angesichts hoher Treibstoffkosten ist dies eine teure Angelegenheit. Darüber hinaus erzeugen die Hauptmaschinen, die dank technologischer Fortschritte immer effizienter werden, nach Aussage von Per Einar Gjerding, CEO von Norwater AS, weniger überschüssige Wärme für die Süßwasserproduktion.

Süßwasser hält Lachse gesund

Seit 2005 wurden in der Produktionsanlage von Norwater an der Westküste Norwegens mehr als 400 Systeme gefertigt und an Kunden in der ganzen Welt geliefert. Schiffe und Bohrplattformen sind seit Jahren der Hauptmarkt von Norwater, wobei in letzter Zeit die Nachfrage nach Süßwasserproduktion durch die Lachszuchtindustrie einen zusätzlichen Schub erfuhr. Damit ist Norwater zum Marktführer bei der Lieferung von Umkehrosmoseanlagen an die Lachszuchtindustrie und Lebendfischtransporter aufgestiegen.

– Diese Industrie verwendet Süßwasser hauptsächlich, um Lachsläuse und Amöbenerkrankungen der Kiemen zu verhindern, und benötigt typischerweise große Kapazitäten im Vergleich zu eher traditionellen Trinkwasseranwendungen an Bord von Schiffen oder Bohrplattformen. Natürlich wäre es als Alternative denkbar, Süßwasser an Land zu sammeln und zur Fischzucht zu transportieren. Doch stellen begrenzte Verfügbarkeit, große Entfernungen und hohe Transportkosten Herausforderungen dar, die Per Einar Gjerding zufolge ein RO-System zur optimalen Lösung machen.

Der weltgrößte Lebendfischtransporter „Ronja Storm“ befindet sich derzeit im norwegischen Leirvik im Bau. Es wird mit der bisher größten Norwater-Anlage ausgerüstet, die aus vier identischen RO-Einheiten mit einer Gesamtkapazität von 16.800 m3/Tag bzw. 700 m3/Stunde besteht.

Fakten über Norwater AS

  • Norwaters Hauptsitz befindet sich an der Westküste Norwegens, zwischen Bergen und Haugesund
  • Das im Jahr 1995 gegründete Unternehmen fertigt Süßwassersysteme (NorWater) und Schutz- und Sicherheitsausrüstungen (NorBarrier) für Schiffe und Bohrplattformen in Fischzucht-, Offshore- und maritimen Industriezweigen
  • Weltweit sind mehr als 400 NorWater-Systeme im Einsatz bei Großkunden wie Equinor/Statoil, BP, Seadrill, Odfjell Tankers, Sølvtrans, Rostein und Tassal
  • Seit einiger Zeit ist Hoyer Norwaters Vorzugslieferant von Elektromotoren.

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