Roboter liefern sterile chirurgische Instrumente

Die dänische Gibotech A/S, Hersteller von Robotern und Automatisierungssystemen, ist mit der Lieferung eines Sterilgutzentrums für das Rigshospitalet in Kopenhagen beauftragt worden. Bald werden Roboter von der untersten Etage des Krankenhauses saubere Instrumente zum Operationssaal befördern.

Wenn Chirurgen und Krankenpfleger bei chirurgischen Eingriffen Skalpelle, Scheren und dergleichen benutzen, ist es wichtig, dass diese Instrumente sauber und steril sind. Die sterile Ausrüstung wurde bisher von Hand bereitgestellt, wird jedoch ab Ende 2018 durch Automated Guided Vehicles, Förderbänder, Kommissionier-Systeme und automatische Kleinteilelager ersetzt. Das Logistikunternehmen Gibotech hat diese vollautomatischen Sterilgutzentrum im Rigshospitalet entwickelt. Ein ähnliches Sterilgutzentrum ist für das Herlev Hospital in Dänemark in Entwicklung.

„Bisher waren Krankenhäuser auf verfügbares Personal angewiesen, um Instrumente und Transportwagen für chirurgische Eingriffe bereitzustellen. Wenn jemand krank war oder etwas schiefging, konnte es vorkommen, dass ein gesamtes Team wartend im OP-Saal stand und nicht anfangen konnte. In Zukunft wird das alles automatisch ablaufen“, erklärt Mikkel Bjerregaard, Verkaufsleiter bei Gibotech.

Vollautomatisch und präzise

In dem neuen automatisierten System wird das Krankenhauspersonal die chirurgische Ausrüstung bereits bei der Festlegung des OP-Termins vorbestellen. Das System gewährleistet, dass die Transportwagen im Keller gepackt und für die Beförderung zum Operationssaal am Tag des Eingriffs bereit sind. Damit wird sichergestellt, dass die chirurgischen Eingriffe zu den geplanten Zeiten stattfinden.

„Die Behälter für den Transport der chirurgischen Instrumente werden automatisch geöffnet und geleert. Ein Trip durch den Autoklav sorgt dafür, dass die Instrumente steril sind, und die Software stellt sicher, dass der Behälter den richtigen Operationssaal erreicht. Das automatisierte System kontrolliert die Sterilisierungsdaten und gewährleistet, dass die Instrumente zur Neusterilisation geschickt werden, wenn die Frist überschritten wurde“, erläutert Mikkel Bjerregaard.

Das Sterilgutzentrum soll nicht nur das Rigshospitalet in Kopenhagen versorgen, sondern auch kleinere Krankenhäuser in der Region. Diese Krankenhäuser werden ihre eigenen Sterilgutabteilungen schließen und sich ihre Ausrüstung von der automatisierten Sterilgutabteilung im Keller des Rigshospitalet liefern lassen.

Aktive Zusammenarbeit

Gibotech entwirft die meisten ihrer Förderer, Greifer und Ausrüstungen selbst und entwickelt auch ihre eigene Software für das System. Die Firma plant die Fördersysteme bis ins letzte Detail und beschafft spezielle Teile von verschiedenen Unterlieferanten. Einer der Unterlieferanten für dieses Projekt ist die Firma Hoyer, welche die Zahnriemen und –räder geliefert hat.

„Hoyer hat ein Komplettpaket einschließlich erstklassiger Produkte und fachlicher Kompetenz geliefert. Unsere Konstrukteure wurden zum Produktionsstandort in Italien eingeladen und wir empfinden es natürlich als sehr positiv, dass Hoyer so initiativ an die Zusammenarbeit herangeht“, sagt Mikkel Bjerregaard.

Hoyer ist mit der Zusammenarbeit ebenso zufrieden. Basierend auf den Bedürfnissen und Wünschen von Gibotech in Bezug auf die Funktion und Einsatzumgebung der Riemen wurden die anfänglichen Ideen schnell und sicher angepasst, sodass die fertige Lösung umgesetzt werden konnte.

„Wir haben eng mit Gibotech zusammengearbeitet um sicherzustellen, dass wir ihre Anforderungen an Qualität, Lebensdauer und Betriebssicherheit erfüllen konnten. Sobald Maße und Typen feststanden, konnten wir mit unseren Lieferanten arbeiten, um die besten Lösungen zu finden. Während unseres Besuchs am Produktionsstandort in Italien konnten die Gibotech-Mitarbeiter sehen, wie die Riemen hergestellt werden und worauf sie achten müssen, wenn sie in Zukunft neue Systeme entwickeln“, sagt Carsten Jakobsen, Key Account Manager bei Hoyer.

Fakten über das Sterilgutzentrum

  • Im Kleinteilelager befördern Roboter 100 Kartons stündlich hinein und hinaus.
  • Es gibt 12.880 Lagerplätze und die Kartons werden aus Höhen von bis zu 22 Meter entnommen.
  • Hoyer hat zwei verschiedene Typen von Zahnriemen geliefert, wie auch die Zahnräder, die sie bewegen.

Fakten über Gibotech

  • Im Jahr 2011 hat Gibotech ein Sterilgutzentrum für das Gentofte Hospital im Großraum Kopenhagen entwickelt und sich als wichtiger Akteur auf dem Markt für logistische Lösungen im Gesundheitssektor bewiesen.
  • Neben dem Sterilgutzentrum für das Rigshospitalet wird Gibotech auch das Sterilgutzentrum im Herlev Hospital automatisieren. Die beiden Sterilgutzentren kosten je rund 67 Millionen EUR und die Projekte werden international mit großem Interesse verfolgt.

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